3. Mai 2007

Warum ich tätowieren blöd finde!

Also erstmal vorweg,
ich bin da weder militant noch irgendwie besonders aktiv in diesem Thema. Eigentlich ist es mir egal und ich sehe es locker. Aber für mich persönlich ist es abstoßend.

Im wesentlichen sind es zwei Gründe, die mich zu dieser Meinung bewegen.

Aber bevor ich darauf komme, will ich noch etwas vorwegstellen.
Ein Tatoo ist nicht ganz billig, ist nicht ganz schnell gemacht und entsteht auch meist nicht ganz schmerzfrei. Daher betrachte ich es als einen wesentlichen und bewußten Akt. Will sagen, das passiert einem nicht mal so nebenbei, aus einer Laune heraus, sondern ist in den meisten (mir bekannten) Fällen mit einer bewußten Entscheidung einhergegangen.

Was sind nun meine Gründe?

Der eine geht mit der Äußerlichkeit einher.
Ein Tatoo ist etwas eitles. Viele der Tatoo-Fans argumentieren in der Weise: "...das ist nur für mich..." und schieben diverse Begründungen nach. Diese Argumente halte ich für scheinheilig. Denn mein ICH wohnt im Inneren und bedarf keiner äußeren Zeichen und Symbole. Wenn ICH mir Bilder anschauen möchte, kann ich das auch woanders als auf meiner Haut. Also sehe ich ein Tatoo, doch in starkem Maße als ein Zeichen an die Umgebung. Das eitle, scheinbar schmückende ist mir persönlich dabei der unsympathische Aspekt. Ich mag mehr die Bescheidenen mit den inneren Werten.

Der zweite geht mit der Permanenz einher, die so ein Tatoo aufweist, von wiederum aufwändigem weglasern mal abgesehen. Im Grunde ist ein Tatoo von seinem Träger erstmal für die Ewigkeit geplant.
Dabei stört mich nicht, das das Bildlein später auf verwelkter Haut mit verblasster Tinte kein besonderer Schmuck mehr ist. Wer das glaubt hat meine Empfindungen des ersten Teils nicht verstanden.
Vielmehr zeigt sich mir hiermit eine Naivität oder Ignoranz des Trägers gegenüber der Dynamik des Lebens und der eigenen Eistellungen und Denkmuster. Was ich meine? Ich meine, die Leute glauben, dass sie dieses oder jenes Bildchen ihr Leben lang toll finden werden. Sie können es sich nicht vorstellen, das sich ihr eigenes Wertesystem mit den Jahren verändert. Wenn sie Glück haben, kommt vielleicht noch Trotz dazu, der sie dann lange daran festhalten läßt, wie toll ihre einstige Entscheidung war.
In meinen Augen, sind sie entweder arm an Geist, was ihnen eine Weiterentwicklung und Veränderung des Geschmacks unmöglich macht (dann mag es sein, das sie ihr Bildchen ein Leben lang toll finden), oder sie bereuen ihre Jugendentscheidung irgendwann, dann waren sie wohl nur naiv.

Aber das ist ja nur meine Reflektion, ohne Anspruch darauf Recht zu haben. Das kann jeder für sich selbst entscheiden. :-)

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