19. April 2010

Blogger - Ärgernis

Okay, okay, ich bin ein Selten-Blogger. Nur gelegentlich finden Gedanken aus meinem Kopf den Weg in die große weite Welt.
Ich weiß nicht, warum das so ist. Wo doch den ganzen Tag so viele Gedanken durch meinen Kopf strömen, ich so viele interessante Dinge aufnehme.
Vielleicht gerade deshalb. Manchmal denke ich, ich habe so ein internes Prinzip der Datensparsamkeit verinnerlicht. Irgendetwas hält mich streng davon ab, das Rauschen in den Weiten des Netzes über Gebühr zu erhöhen.

Aber davon mal abgesehen, liebe ich diese ganze Netz- und Informationswelt, mit all Ihren kleinen und großen Geheimnissen, die es ständig zu entdecken gilt. Und ich liebe es auch, dass ich mich ausdrücken kann, wenn und wann ich will.

Irgendwann, vor ein paar Jahren, habe ich mir dazu "Blogger" als Werkzeug ausgesucht. Das war zu einem Zeitpunkt, der noch vor dem Google-Erwerb lag. Zwei Dinge fand ich damals sehr charmant, die ich auch heute noch schätze:

  1. Die Möglichkeit das Layout meines Blogs über ein einfaches Template komplett selbst bestimmen zu können!
    Ein bisschen CSS, ein bisschen HTML und 2 Hände voll spezieller Blogger-Variablen. Javascript, wo Bedarf - ist auch möglich.
    Wunderbar einfach und schnell, wenn man - wie ich, mit diesen Dingen ein wenig vertraut ist. Auf Serverinstallationen, SQL-Datenbanken kann man verzichten und hat trotzdem alles bei sich.

    Genau das hat mich an anderen Anbietern immer genervt. Fertige Themes und Widgets zum zusammenklicken, aber nie sah etwas so aus, wie ich es mochte oder funktionierte in der Weise, wie ich es mir vorstellte.

  2. Die Veröffentlichung meines Blogs per FTP auf meinem eigenen Webspace. Eine alte einfache und doch so geniale Technologie. Das ganze Blogger-Dingens spuckt meinen Blog im fertig zusammen gerenderten HTML aus und pustet ihn einfach in ein beliebig vorzugebendes Verzeichnis meines Webspaces, wo ich es mit anderen statischen Inhalten zusammenfügen und als ganze Webseite präsentieren kann. Voilá.


Und nun kommt's!
Das Ägernis.
Und zwar Dicke!

Blogger stellt den FTP-Service ein, zum 1. Mai 2010!
Begründung:
"...FTP remains a significant drain on our ability to improve Blogger..."
"...critical infrastructure that our FTP support relies on at Google will soon become unavailable, which would require that we completely rewrite the code that handles our FTP processing..." und das lohnt sich nicht, aus Googles Sicht. Basta.

Die angebotenen Alternativen sind: Blooger-Hosting, also den Blog unter einer *.blogspot.com url wiederfinden oder alternativ eine eigene Subdomain für den Blog anlegen und diese auf die Googleserver umbiegen.
Beides nicht das, was es mal war.

Und auch um die individuellen Vorlagen scheint es nicht gut bestellt. In einem der Blogger-Foren las ich so sinngemäß: ... die individuellen Vorlagen (sie nennen das irgendwie anders) werden vorerst noch erhalten bleiben. Nachtigall ich höre Dich trapsen.

Wenn die ganzen "Erneuerungsmaßnahmen" dann durchgezogen sind, ist Blogger so eine langweilige Blogging-Plattform, wie alle anderen auch. Ich muss mich um nichts mehr kümmern (und kann es leider auch nicht), suche mir irgendeine Vorlage (Theme) aus einem Pool aus, wähle vorgefertigte Widgets für die Seitenspalten, habe eine häßliche Blogger Top-Leiste, die ich nicht mehr entfernen kann und bin einer von 95% der Mit-Allem-Zufrieden-Blogger.
Denn Blogger sagt: ... only 5% of active blogs are published via FTP ...

:-(

Natürlich verstehe ich, dass hier Fragen der Wirtschaftlichkeit nicht außer Acht gelassen werden können, noch dazu bei einem Service, der for free angeboten wird.
Und doch finde ich es schade und ärgerlich.
Weil ich selbst betroffen bin, aber auch, weil wieder etwas auf einen durchschnittlichen Massenbedarf zugeschnitten wird.

Damit ist dies vermutlich der letzte Artikel, der noch per FTP auf meinem Webspace veröffentlicht wird. Ist ja auch was Besoderes! :-)

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